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Videospiele der Kinder – Wie ist damit umzugehen?

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In vielen Familien sind sie bereits seit Jahren ein strittiges Thema – Videospiele. Während der Nachwuchs meist sehr darauf erpicht ist, in die künstlich generierten Welten vorzudringen, dominiert bei den Eltern die Sorge, dass es sich schon bald um das einzige ernsthafte Hobby ihrer Heranwachsenden handeln könnte. Doch wie ist sinnvoll mit Videospielen umzugehen?

Mankos eines Verbots

Bevor es möglich ist, sinnvolle und weiterführende Lösungsvorschläge in den Blick zu nehmen, muss über die Natur des Verbots diskutiert werden. Nach der Meinung der meisten Pädagogen handelt es sich hierbei nicht um eine Maßnahme, die bei den elterlichen Bemühungen von Erfolg behaftet sein könnte. Auf der einen Seite sind die Spiele inzwischen allgegenwärtig. Für die Kinder wäre zum Beispiel der Kauf über das Internet mit einer PSN Card oder Xbox Guthaben unbemerkt möglich. Wenn sich die Kinder in den Kopf gesetzt haben, die neuesten Spiele zu entdecken, so werden sie dazu meist Mittel und Wege finden.

Auf der anderen Seite kann es durchaus sinnvoll sein, den Einstieg in die Welt der Videospiele etwas nach hinten zu verschieben. Es ist keineswegs notwendig, das Kinder von acht oder neun Jahren täglich feste Zeiten in ihrem Alltag haben, die sie für digitale Games reservieren. Nach aktuellen Forschung ist etwa ab einem Alter von zwölf Jahren ein gesunder Zugang zum Thema gegeben. Hierbei handelt es sich natürlich um altersgerechte Spiele, die zum Beispiel keine Gewalt verherrlichen. Bereits eine genaue Beachtung der Altersangaben auf den Spielen von Seiten der Eltern sorgt dafür, dass die Inhalte selektiv ausgewählt werden können.

Die Faszination verstehen

Weiterhin ist es wohl angebracht, dass Eltern die Faszination ihrer Kinder für die Welt der Videospiele verstehen. Bereits seit Jahrzehnten handelt es sich um ein Medium, welches bei den Kindern ebenso große Begeisterung hervorrufen kann, wie etwa Musik oder Filme. Verfügen Eltern nicht über eigene Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit und Jugend mit der digitalen Welt gesammelt haben, so fällt es nun unter Umständen schwer, die Perspektive des Kindes auf das Spiel einzunehmen und die Begeisterung auf diese Weise zu ergründen.

Klare Grenzen setzen

So tolerierbar es ist, dass Kinder ab einem gewissen Alter Interesse an Videospielen finden, so müssen weiterhin klare Grenzen gesetzt werden. Durch die interne Belohnungsstruktur, die dafür sorgt, dass hinter jedem erreichten Level eine neue spannende Herausforderung wartet, können die Spiele von heute einen großen Sog entwickeln. Hier hilft eine klare zeitliche Maßgabe, um die Kinder davor zu schützen, zu sehr in die Welt der digitalen Akteure abzudriften.

Welche zeitlichen Limits nun als angemessen bezeichnet werden können, ist individuell verschieden. Hier spielt einerseits das Alter des Kindes eine Rolle. Bis zu einem Alter von zwölf Jahren ist es empfehlenswert, die am Bildschirm verbrachte Zeit auf maximal eine halbe Stunde pro Tag zu begrenzen. Gleichsam hängt es von den anderweitigen Zielen und Vorhaben ab, wie viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht werden kann. Sind zum Beispiel Schulaufgaben zu erledigen oder der Vereinssport ruft, so sollten diese Aktivitäten nicht unter den Videospielen leiden. Ansonsten leidet womöglich das soziale Leben der Kinder unter der Begeisterung, die sie jedoch nur allein vor dem Bildschirm ausleben.

Auf diesem Blog findet man Tipps für die Familie zu den Themen Erziehung, Ausflüge, Urlaub und vieles mehr.

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